Deine Anlagekosten, günstig investieren...?

Kosten der Anlageklassen
Bei den grundlegenden Überlegungen wie du dein Kapital auf die verschiedenen Anlageklassen aufteilst, solltest du die Kosten für unterschiedliche Anlageklassen im Blick behalten. Dieses auch schon mit Erstellen deines Finanzplanes. Überprüfe die anfallenden Kosten (Kostenstruktur) deiner gewählten Anlagen und Investitionen.
- Welche Erstinvestitionskosten (Anlagekosten) sind zu kalkulieren?
- Hat dein gewähltes Investment zusätzliche laufende Kosten pro Jahr?
- Welche versteckten Kosten gibt es und wo finde ich eine Übersicht?
Vorab, egal für welche Finanzprodukte du dich entscheidest, alle sind mit zusätzlichen Kosten verbunden. Die Herausforderung ist, die zugrundeliegende Rendite und das Kosten-Risiko-Verhältnis für sich selbst zu bewerten. „Was ist mir die Sicherheit und das Management eines Investments wert?“ Einige Fragen sich jetzt ist das ausschlaggebend für meinen Vermögensaufbau? Ja, essenziell. Auch solltest du dich Fragen, wie viel Zeit du zukünftig in den Aufbau deines Vermögens investieren möchtest.
...laufende Kosten
Unterschätze niemals die Bedeutung von laufenden, jährlichen Kosten, auch wenn diese Kosten meist im kleineren einstelligen Prozentsatz liegen. Hiervon lebt unser gesamter Finanzsektor. Was bedeuten zwei Prozent laufende Kosten im Jahr? Nehmen wir an, du hast dir einen Aktienfonds herausgesucht, welchen du die nächsten 20 bis 30 Jahre besparen möchtest. Zwei Prozent laufende Kosten pro Jahr, fressen auf Sicht von 20 bis 30 Jahren die Hälfte deines Vermögenszuwachses auf!
Welche Kosten fallen bei einer Kapitalanlage an?
Zunächst hast du Kosten für das gewählte Konten-Konstrukt. Wahrscheinlich fallen Gebühren für das Girokonto und dein Depot an. Natürlich kannst du eines der zahlreichen „kostenfreien“ Konten und Depots eröffnen, achte dabei aber auf die gebotenen Leistungen! Meist fallen höhere, versteckte Transaktionsgebühren oder extra Kosten für zusätzliche Leistungen an. Prüfe hierbei genau, für welchen Zweck und Nutzen du ein Konto oder Depot bei einem Finanzinstitut ausgewählt hast.
Neben diesen Kontoführungsgebühren fallen bei jeder Investition oder Anlage zusätzliche Kosten an. So werden entweder fixe Pauschalbeträge pro Anlage veranschlagt oder es wird von der Anlagesumme ein prozentualer, variabler Kostenanteil berechnet. Hierbei arbeiten die meisten Finanzinstitute mit gestaffelten „Preistabellen“, die sich an der Höhe der Anlagesumme orientieren. Je nach Anbieter variieren diese Preistabellen bei den verschiedenen Alternativen.
Kosten bei einer Renten-/Lebensversicherung:
- Bis zu 7,9 % der Beitragssumme für Abschlussaufwendungen (einmalige Kosten!)
- bis zu 2,3 % der Beitragssumme für Verwaltungsaufwendungen (jährlich)
- …sowie unterschiedliche Sonderkosten je Versicherungsanbieter
- eine Kostenübersicht zu eurer Versicherung findet Ihr im Produktinformationsblatt (jeder Versicherung)
Kosten beim Kauf von Investmentfonds:
- du zahlst bis zu 5 % Ausgabeaufschlag einer Spareinlage (einmalige Kosten)
- meist zahlst du 1,5 % Verwaltungskosten auf deine Anlage (jährlich)
- zusätzliche Transaktionskosten bei sehr aktiv gemanagten Fonds
- manche Investmentfonds haben „Performance-Fees“ bei überdurchschnittlicher Performance der Fonds
- alle Informationen finden sich wieder im Produktblatt der Anlegerinformation
Kosten bei einer Vermögensverwaltung:
- du hast meist keine einmaligen Anlagekosten, jedoch wird bei den meisten (guten) Vermögensverwaltern ein gewisses fünfstelliges Vermögen vorausgesetzt…
- es werden ca. 1 % der Anlage als jährliche Kosten angesetzt
- hinzukommen weitere jährliche Kapitalanlagekosten mit bestimmten Investitionen (Immobilien etc.)
- es fallen „Performance-Fees“ für überdurchschnittliche Performance an
- alle Kosten sind in dem Vermögensverwaltungsvertrag aufgeführt
Kosten bei mit einem eigenen Depot:
- es können Kosten für das Führen deines Depots anfallen (jährlich)
- es fallen Kosten für den Kauf oder Verkauf von Aktien (Einzeltitel) an – diese Ordergebühren richten sich nach deinem Broker
- zusätzlich können Kosten bei Dividendenzahlungen und Sondererträgen je nach Broker anfallen (meist bei ausländischen Kapitalgesellschaften)
- eine Übersicht findest du im Produktinformationsblatt deiner Depotbank
Kosten bei der Investition in einen ETF:
- meist gibt es eine einmalige Ordergebühr auf deine Anlage von bis zu 1,5 % (einmalig)
- die laufenden Kosten fallen mit durchschnittlich 0,2 % jährlich günstiger aus als bei einem klassischen Fond
- sehr selten haben ETF’s Transaktionskosten (in sehr geringem Umfang)
- alle Kosten finden sich im Preisverzeichnis der depotführenden Bank, sowie in den wesentlichen Anlageinformation
Die meisten Steuern werden automatisch von deiner depotführenden Bank abgeführt!
- Ausnahmen bestehen bei ausländischen Konten und Kapitalerträgen!
-generell fallen 25 % Kapitalertragssteuern an- - in Deutschland kommt der Solidaritätszuschlag mit 5,5 % hinzu
- auch fallen Quellensteuern bei ausländischen Erträgen an (je nach Land)
Warum Steuern zahlen?
Kosten absetzen
Überlege vorher, ob du eher große Einmalbeträge investieren möchtest oder doch viele kleine Beträge anlegst. Das kann dir über die Zeit Kosten sparen. Ebenso solltest du die Kosten für deine Kontoführungsgebühren immer bei deiner Steuererklärung absetzen. Diese Kosten kannst du unter deinen Werbungskosten angeben. Somit würde ich die kostenlosen Varianten eines Giro- oder Depotkonto auch als eine zusätzliche Optionen betrachten.
Mit deiner Steuererklärung hast du auch die Möglichkeit, die angefallene Abgeltungssteuer (Kapitalerträge mit 25 Prozent) zurückzuholen. Bei Einkünften aus Kapitalvermögen können Werbungskosten von 1.000 Euro (2025) steuerfrei behandelt werden. Dein Sparerfreibetrag! Mit einem Freistellungsauftrag an dein Finanzinstitut werden diese anfallenden Kapitalerträge vom Steuerabzug befreit!
Versteckte Kosten Deiner Geldanlage
Egal, was Du mit Deinem Geld machst – Kosten fallen immer an! Oft sind diese nicht sofort erkennbar, da Finanzinstitute kreativ darin sind, sie zu verstecken. Ein klarer Finanzplan ist daher unerlässlich.
Schau Dir die Kosten Deiner gewählten Anlageklassen genau an. Produktbroschüren und Informationsblätter enthalten wichtige Details zu zusätzlichen Gebühren. Achte besonders auf Begriffe wie Ausgabeaufschlag, Verwaltungsgebühren und Transaktionskosten.
Auch bei bestehenden Anlagen ist Vorsicht geboten. Prüfe regelmäßig Deine jährlichen Statusinformationen, um unerwartete Kosten zu entdecken. Diese können Deine Rendite erheblich schmälern.
Hier sind einige Tipps für Dich:
- Vergleiche verschiedene Angebote, um die günstigsten Optionen zu finden.
- Achte auf versteckte Gebühren im Kleingedruckten.
- Nutze Online-Rechner, um die tatsächlichen Kosten Deiner Anlage zu ermitteln.
Eine informierte Entscheidung ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Geldanlage.
Für „faule“ Investoren
- Falls du ein Investor bist, der sich lieber um andere Sachen kümmert als sein Geld selbst zu managen, könnten Investmentfonds eine gute Alternative darstellen. Investmentfonds sind klassische, mittel- bis langfristige Anlagen. Oft haben diese über den langfristigen Horizont eine recht gute Performance.
- Diese Anlageklasse wird aktiv durch Fondsmanager gemanagt. Daher auch die hohen Kosten für diese Anlageklasse. Eine gute Übersicht gibt der Fonds-Kostenrechner der Verbraucherzentrale.
- Vermögensverwalter kosten Geld und machen auch nur Sinn, wenn man eine gewisse Anlagesumme zur Verfügung hat!
- Ein gute Alternative bieten die Robo-Advisor, welche dein Geld (auch im Sparplan) automatisiert nach deinen Vorgaben investieren.
Für „aktive“ Investoren
- Für aktive Investoren, welche sich gerne selbst um Ihre Investitionen kümmern, ist die Investition in einzelne Branchen oder Unternehmenstitel attraktiver.
- Hier kann man sein Kapital in einem langfristigen ETF-Sparplan aktiv selber managen.
- Investieren in Einzeltitel ist die „Königsdisziplin“ bei den Anlegern. Es birgt hohe Risiken, jedoch auch die Möglichkeit auf hohe Renditen! Die Kosten können dabei weitaus geringer ausfallen. Ein Vergleich der Broker und Depotkosten lohnt meist.
- Für ein wenig Spaß und Nervenkitzel sollte jeder aktive Investor einen kleinen Teil seines Vermögens in Einzeltitel investieren.
Für viele gängige Geldanlagen und Altersvorsorgeangebote (Versicherungen) musst du das fünf- bis zehnfache an Entgelten bezahlen, als für ETF`s auf den Index MSCI World oder den FTSE All World. Der Unterschied ist nicht immer ganz einfach zu erkennen, da die Anbieter die unterschiedlichsten Bezugsgrößen für verschiedene Entgelte verwenden. Informiere dich über die Kosten deines gewählten Anlageproduktes und entscheide selbst, ob es diese (deine) Kosten wert ist…!

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