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Was ist Profit...?

Jeder kennt und verwendet den Begriff – Profit. Sogar die Kleinsten wissen um die Bedeutung von Profit.  Doch was beschreibt Profit eigentlich? Umgangssprachlich bezeichnet Profit den Überschuss oder Gewinn einer unternehmerischen Tätigkeit. Diese wird meist in Verbindung mit dem Wertmaßstab des Geldes bemessen.

Seine heutige Interpretation geht zurück in das 15. Jahrhundert. Mit dem Aufblühen der europäischen Bankiersfamilien etablierte sich die finanzielle Deutung des Begriffes. Profit wurde mit finanziellen Gewinn gleichgesetzt. Im lateinischen Wortstamm stecken die beiden Worte  „pro“ (vor, für, voraus) und „facere“ (machen). Dieses lässt auf einen eher physischen Ursprung des Wortes, im Sinne der Fürsorge, schließen. In der Bibel wird Profit auch als – „Gewinn für die Seele gedeutet“.

Betrachtet man die Bedeutung des Begriffes Profit im Produktionskapital, so ist diese Definition in einem idealisierten Markt – die Differenz zwischen den eingesetzten Mitteln (Arbeitskraft, Maschinenzeit usw.) und dessen Wiederherstellungskosten zu einem höheren erzielbaren Veräußerungserlös.

Arten des Profit

Sowohl der aktive als auch der passive Profit stellen einen Mehrwert dar. Der Unterschied liegt jedoch in dem Kreis der Begünstigten durch diesen Mehrwert! Im aktiven Profit kommt dieser meist der Allgemeinheit zugute. Hingegen wurde der passive Profit in unserer kapitalistischen Gesellschaft immer weiter individualisiert.

Profit in unserer Gesellschaft...

Mit der Entwicklung des Kapitalismus zu seiner heutigen Ausprägung, wurde das Verhältnis des Profits massiv zu den passiven Profitquellen hin verschoben (Individualisierung der Profite). Adam Smith beschreibt diese Entwicklung mit dem „Aufkommen des Kapitalismus“. Er war der erste der den Profit in die verschiedenen Einkommensquellen unterschieden hat.

Namentlich den: 

  • Kapitalprofit (Geld macht Geld), dem 
  • Arbeitslohn (Lohnarbeit) und der 
  • Grundrente (Zins für Boden)!

Bei Adam Smith Theorien werden Menschen in Klassen eingeteilt, wonach jedem ein Profit äquivalent seiner eingesetzten Mittel zugeordnet werden kann. Er unterschied in den Lohn, den ein Arbeiter erhielt, und den Profit, den das Unternehmen erhält. Hierbei wird keine Differenzierung getroffen, welche Prinzipien bei der Wertbestimmung von Arbeitskraft bzw. Unternehmensprofit herangezogen werden sollten. Beide „Profitarten“ wurden wertmäßig gleichgestellt. Diese Gleichstellung hat bis heute Bestand und fördert das weitere Auseinanderdriften in den Gesellschaften.

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Profit vs. Gesellschaft

Diese kapitalistisch geprägte Denkweise über die Verteilung von Profit, welche Ihre volle Ausprägung in den Vereinigten Staaten von Amerika findet, ist eines der größten und dringendsten gesellschaftlichen Probleme unserer Zeit. Denn die undefinierte Unterscheidung des Mehrwertes zwischen Arbeitskraft und Kapital-Profit, sowie die substantielle Gleichsetzung von Profit und Mehrwert führt zu den sozialen Ungerechtigkeiten und fördert die Spaltung in einer Gesellschaft.

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Profit vs. Mehrwert

Das finanzielle Kapital wird in Erwartung und zum Zwecke des Profit eingesetzt und im Zuge dessen ein Großteil der nützlichen Arbeitskraft einer Gesellschaft in Gang gesetzt. Die Frage der Zielorientierung des Profitstrebens wird bei Adam Smith außen vor gelassen. Die Profitmaximierung und die daraus resultierende Kapitalakkumulation (Vermögensanhäufung) stellt für A. Smith ein wesentliches Element des „Wohlstandes der Nation“ dar.

Entgegen der Grundrente und den Löhnen würde die Profitrate mit der Entwicklung des Wohlstandes nicht steigen, sondern fallen. Quelle – Buch Adam Smith: „AN INQUIRY INTO THE NATURE AND CAUSES OF THE WEALTH OF NATION“! Ich denke, die vergangen hundert Jahre haben gezeigt, dass es ausschließlich um die Steigerung der Profitrate in kapitalistisch geprägten Systemen geht.

Das Mantra heißt: „Weiter wachsen …“. 

Profit heute

Diese These von A. Smith hat sich heute selbst widerlegt! Zur Verteidigung von A. Smith muss man jedoch hinzufügen, dass er in einer Welt lebte, in der er bei wirtschaftlichen Handel von „lokal tätigen Unternehmen“ ausgeht. Die Entwicklung von dominierenden Weltkonzernen war in seiner Interpretation des Kapital/Profit nicht vorgesehen. Der (passive) Profit wurde International, die Wirtschaftssysteme und Gesellschaften wachsen jedoch sehr langsam zusammen.

Heute erkennt man die reale Entwicklung von Vermögensakkumulation und passiven Profit in der kapitalistisch geprägten Welt. Das Kapital ist nur Mittel zum Zweck geworden. Die intrinsische Gier der menschlichen Natur wurde seitens A. Smith völlig unterschätzt. Vielleicht hat er der Gesellschaft auch ein sozial-/gesellschaftliches Gewissen zugewiesen? Das Motto lautet doch eher – „Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht.“

A. Smith bezieht sich hier auf eine Definition des Menschen (Homo Oeconomicus) der nur nach wirtschaftlichen und ökonomischen Prinzipien handelt. Nach dieser These wird also das Kapital in den wirtschaftlichen Mittelpunkt des Handelns gestellt. Alle sozialen, kulturellen und teilweise intellektuellen Tätigkeiten (auch Kinder aufziehen, Altenpflege….) werden dabei als wertfreie Handlungen der Gesellschaft betrachtet. Diese stellen keinen Mehrwert in seinem Sinne dar. -Profit heute-

Jedoch hat sich in den letzten dreißig Jahren die Möglichkeit der Beteiligung am passiven Profit für die Gesellschaft etwas geändert. Die Kapitalisten haben erkannt, dass ein probates Mittel der Kapitalbeschaffung und dem daraus resultierendem weiteren Wachstum, die Öffnung des Produktionskapitals in Form von Wertpapieren bietet. So kann theoretische jeder, der Zugang zu den Kapitalmärkten hat, an dem System des passiven Profits in unserer Gesellschaft teilhaben. Man muss nur in Wertpapiere von profitablen Firmen (Aktiengesellschaften) investieren. Leider nutzen noch zu wenige Menschen diese Möglichkeiten in unserer heutigen Gesellschaft.

Denkanstöße....

Für David Ricardo (engl. Wirtschaftswissenschaftler, 1772-1823) wird das gesellschaftliche Produkt, welches durch gemeinschaftliche Aufwendungen von Arbeitskraft, Maschinenzeiten und Kapitaleinsatz entsteht, zwischen den drei gesellschaftlichen Klassen – Landherren, den Kapitalisten und Arbeitern in Form von Rente, Profit und Lohn aufgeteilt.

Karl Marx (deut. Philosoph, Ökonom, Gesellschaftskritiker, 1818-1883 ) kritisierte Smith & Ricardo für die unscharfe Betrachtung und Vermischung der unterschiedlichen Werteformen! Denn sie verwechseln besondere Formen wie Profit oder Rente mit einer Form des Mehrwerts (für den einzelnen oder die Gemeinschaft). Der Mehrwert einer Tätigkeit liegt eher in einem Nutzen für die Allgemeinheit und unterliegt nicht ausschließlich der persönlichen Gier zur Befriedigung seiner Bedürfnisse. 

Die Erkenntnis des Mehrwertes stellt für die Marx-Theorien eine zentrale Rolle dar. Demnach ist Profit die Aneignung eines Teils des gesamtgesellschaftlichen, in „Geld/Schuldverschreibungen” verwandelten Mehrwertes, durch die Unternehmen (juristische Personen). Die Quelle für den Profit ist die Arbeit der Unternehmen, weil der Gebrauchswert der Arbeitskraft ein (neues) Wertprodukt schafft, dass den mit Lohn diktierten Wert der Arbeitskraft übersteigt. Somit weist der Kapitalismus tendenziell eher sinkende Profitraten aus…. Damit hat er sich leider getäuscht, weil nicht die Gemeinschaft über das eingesetzte Kapital entscheidet, sondern das Individuum!

MoneyMonkey: Ohne die Erkenntnis des Mehrwertes ist keine Theorie des Profits möglich! Vielleicht sollten wir uns darauf einigen und für uns als Gesellschaft festlegen, was einen Mehrwert darstellt?

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