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Was sind Steuern...?

„Die Sünde des Kapitalismus ist die ungleiche Aufteilung von Wohlstand – die Tugend des Sozialismus ist die gleichmäßige Verteilung von Armut.“

Denkt man über die Grundlagen des heutigen gesellschaftlichen Systems nach, kommt man schnell zu der Erkenntnis, dass neben Kapital, Zins und Geld auch Steuern einen der zentralen Eckpfeiler einer modernen Gesellschaftsordnung darstellen. Ebenso wird die generelle Ablehnung von Steuern, dem Nutzen in unserer Gesellschaft nicht immer gerecht.

Immer wieder wird die Steuer als Sündenbock für „reduziertes“ Wirtschaftswachstum herangezogen. Die Steuer kommt uns allen zugute! Sie ist ein Basisbaustein für die wirtschaftliche Evolution der Gesellschaft. Jedes Unternehmen der Welt weiß eine gut funktionierende Infrastruktur zu schätzen.

Wofür Steuern zahlen?

Steuern oder Abgaben bilden in der Regel die Haupteinnahmequelle eines Staates. Sie werden von Bund, Ländern und Gemeinden erhoben und dienen in erster Linie zur Finanzierung der öffentlichen Haushalte wie: Polizei, Universitäten, Straßenbau! Zuständig für die Festsetzung und Erhebung von Steuern ist die Bundesfinanzverwaltung. Das Problem ist, dass man die Vorteile der gemeinschaftlichen Verpflichtung nicht mehr zu schätzen weiß, und diese sogar als selbstverständlich hinnimmt.

Eine Steuer ist eine Geldleistung an den Staat ohne einen direkten Anspruch auf Gegenleistung. Hier findet sich die spezifische Abgrenzung zu Zöllen und Gebühren, welche für einen direkten Anspruch auf Nutzung stehen. Diese Inanspruchnahme einer Steuer kann durch öffentlich legitimierte und rechtlich anerkannte Instanzen erhoben werden.

Also die Gesellschaft (wir) legitimiert die Erhebung von Steuern durch zum Beispiel Finanzämter. Dabei werden natürliche Personen wie du und ich (Gemeinschaft), sowie die juristischen Personen (wirtschaftlich handelnde Unternehmen) einer Steuer unterzogen. Der Verwendungszweck der geleisteten Steuer unterliegt ausschließlich dem Staat. Dieses wird in Deutschland über den sogenannten Haushaltsplan öffentlich bekannt gegeben.

Verwendung der Steuer

Wer kennt nicht die klassischen Stammtischparolen „…mit meinen Steuern, davon wird alles bezahlt…“! Richtig, die Verwendung der Steuereinnahmen entzieht sich der Beeinflussung der Gemeinschaft. Dieses Hoheitsgebiet der Verwendung und Verteilung unterliegt den gewählten Instanzen

Die Frage ist, wie intelligent und effektiv werden die Einnahmen verwendet? Werden diese zum gemeinschaftlichen oder individuellen Zwecke genutzt? Diese Fragestellung und der damit verbundene Vertrauensvorschuss, führten über die Jahrhunderte zum Fall von ganzen Imperien. Wir werden sehen wohin uns die neu gewählte Ampelregierung in Zukunft führen wird.

„lupus est homo homini, non homo, quom qualis sit non novit“ – Ein Wolf ist der Mensch dem Menschen, kein Mensch, solange er nicht weiß, welcher Art der andere ist.

Titus Maccius Plautus (ca. 254–184 v. Chr.)

Bekannte Steuern...

Allein diese vier Steuern stehen für über 50 % des deutschen Staatshaushaltes!

Entwicklung der Steuer in der Gesellschaft

Die Steuer oder früher auch Taxe genannt, ist ein mit gesellschaftlicher Entwicklung verbundenes Abgaben-System, wodurch das Zusammenleben organisiert und gesteuert werden kann. Schon seit Beginn unserer gesellschaftlichen Entwicklung, und der „Erfindung“ einer effektiven Arbeitsteilung, sind Steuern ein entscheidender Faktor für die Entwicklung der menschlichen Gesellschaft

Sei es in Assyrien, Persien, Ägypten, Rom oder Germanien. Aktuell sind wir in der „EU“ angekommen. Jede Form eines gesellschaftlichen Bündnisses bedarf eines wie auch immer gearteten Steuersystems. Ich bin der Meinung, je besser und gerechter dieses System, desto gesünder und leistungsstärker ist die Gesellschaft. Vor der Etablierung des Schuldscheines (Geld) wurden Steuern auf Naturalien erhoben. Die sogenannten Natural-Steuern (z. B. Getreide-Steuer). Zölle wurden für Überfahrten und Durchquerungen sowie Sicherheitsleistungen gezahlt (z. B. Nil-Steuer). 

Mit dem Zusammenleben in einer organisierten, arbeitsteiligen Gruppe war es notwendig geworden, die Umverteilung der so gewonnen neuen Ressourcen mehr oder weniger sinnvoll für die Gemeinschaft zu nutzen. Mit der Weiterentwicklung des Handels von Schuldverschreibungen und der Legitimation des Geldes als allgemein gültiges Tauschmittel, wurde dieses als Ersatz für die damaligen Natural-Steuern akzeptiert.

Wer zahlt Steuern und warum?

Wer zahlt eigentlich Steuern? Das tun wir alle, die wir in diesem Staat leben! Es entspricht auch dem Ansatz der „Unmerklichkeit“ einer Steuer! Man kann sich heutzutage der Steuer gar nicht mehr, als natürliche Person, entziehen (Umsatzsteuer, Getränkesteuern, Gemeinschaftssteuern). Sobald man Geld ausgibt, zahlt man Steuern in der einen oder anderen Form. Auch juristische Personen, also Unternehmen, unterliegen dieser Steuerpflicht

Doch hier kommt es leider zu einer unmoralischen Ausprägung der menschlichen Gier. Es besteht die Möglichkeit, dass Unternehmen, welche mit dem Gesellschaftskapital wirtschaften, immer noch vom Beitrag an diese Gesellschaften befreit werden. Dieses begünstigt der Wettbewerb der einzelnen Länder und Gesellschaften untereinander. Abgaben wurden schon immer über die Instanzen hinweg erhoben – sei es der Pharao, Könige, Landesfürsten oder eben Staatsformen. Das Grundprinzip ist meist das Gleiche. Der organisierte Verwendungszweck etwas anderes.

Steuern im Mittelalter

In unserer Geschichte wurde das Recht des Herrschers, Steuern zu erheben durch Thomas von Aquin (1225-1274) legitimiert. Die prinzipielle Finanzierung der öffentlichen Aufgaben soll durch die Güter und die Einnahmen des Herrschers geschehen. Somit wurden die Abgaben auch zum Schutz des Steuerzahlers definiert.

Die steuerlichen Abgaben und die Organisation des Eintreibens trugen natürlich abenteuerliche Früchte. So wurden im Mittelalter „Zusatz-Steuern“ für die Finanzierung von Kriegen erhoben, woher auch z. B. der Begriff Türkenpfennig stammt. Es wurden in den verwalteten Gebieten Statthalter eingesetzt, welche für die Eintreibung des Steueraufkommens verantwortlich waren. Wie es so ist, mit der menschlichen Natur, wahr jeder nur auf seinen Vorteil bedacht! Der Ausspruch „Geld stinkt nicht“ („pecunia non olet“), kommt von einer erhobenen Steuer auf das flüssige Natural-Gut des Menschen, womit damals Felle gegerbt wurden! Der römische Kaiser Vespersian (9-79 n. Chr.) wollte mit dieser Steuererhebung seinem Sohn beweisen, dass es egal sei, woher das Geld kommt! Dieser Satz hat über die Jahrhunderte hinweg nichts an seiner Gültigkeit verloren.

Jedes Jahr aufs neue sitzt man zu Weihnachten in der Kirche und denkt sich, hätten die in Palästina keine Steuerzählung (Erhebung der steuerpflichtigen Personen) durchgeführt, wäre die Geschichte vielleicht ganz anders verlaufen …gibt es Weihnachten nur wegen der Steuer?

Steuern im 18. Jahrhundert

Die wichtigsten Erhebungsformen der Einkommensteuer sind die Lohnsteuer sowie die Kapitalertragsteuer. Diese Steuerform wird auch als Quellensteuer bezeichnet, da diese direkt an der Quelle der gewinnbringenden, wirtschaftlichen Tätigkeit erhoben wird. Auch Personengesellschaften wie die OHG, GbR, KG unterliegen der Einkommensteuer, wobei der Gewinn aus der wirtschaftlichen Tätigkeit des Gesellschafters mit der Einkommensteuer belegt wird. Bei den Kapitalgesellschaften GmbH, AG spricht man von einer sogenannten Körperschaftsteuer. Beide Formen der Ertragssteuer -die Einkommensteuer und Körperschaftsteuer- sind Gemeinschaftssteuern und stehen in der Verwendung allen föderalistischen Instanzen (Bund, Länder, Gemeinde) in unserem Staat zu.
Das Prinzip der Steuer auf den wirtschaftlichen Ertrag einer Person, ist schon im Mittelalter mit der Abgabe des „Zehnten“ zu finden. Die erste staatliche „Kopfsteuer“ wurde im 18. Jahrhundert in Großbritannien erfunden (income tax), welche für die Finanzierung von Kriegsaktivitäten des Staates Verwendung fand. Auf dem deutschen Gebiet der Preußen wurde 1811 erstmal eine Einkommensteuer erhoben. 

Heutzutage steht die Einkommensteuer für fast ein Drittel der gesamten Staatseinnahmen in Deutschland. Somit ist diese eine der wichtigsten Steuerquellen für den Staatshaushalt. Um der Gerechtigkeit und Gleichmäßigkeit einer Steuer gerecht zu werden, wurde die Einkommensteuer in der Theorie als progressive Steuer aufgesetzt. Somit sollte jemand der über mehr Einkommen als der Durchschnitt verfügt, auch mehr Abgaben für die Gemeinschaft tätigen.

Wie sollte eine Steuer sein?

Steuern lassen sich nach verschiedensten Gesichtspunkten einordnen. Die beschriebene Ertragssteuer, welche sich am Gewinn (Was ist Profit…?) einer Unternehmung orientiert, ist eine sogenannte Personensteuer. Die häufigsten Steuerarten können wie folgt kategorisiert werden:

  • eine Besitz-,
  • Verkehr, Verbrauch oder
  • öffentliche Steuer.

Adam Smith stellte ein paar grundlegende Ansprüche an die Erhebung einer Steuer, welche bis heute noch Gültigkeit besitzen und teilweise nie umgesetzt wurden. Somit forderte er die Gleichmäßigkeit der Besteuerung (Einkommensteuer), die Bestimmtheit der Besteuerung (Erhebung, Zeitpunkt, Betrag, z.B. Steuergesetze), Bequemlichkeit (wie es für den Bürger am an einfachsten ist, Steuerschuldner/Träger, z.B. Umsatzsteuer) und die Wohlfeilheit der Besteuerung (möglichst geringe Belastung für den Einzelnen). Heutzutage ist dieses mit den Begriffen: 

  • Ergiebigkeit,
  • Gerechtigkeit,
  • Unmerklichkeit und Praktikabilität umrissen.

An dieser Stelle möchte ich euch die Diskussionen um die Erfüllung der verschiedenen Aspekte ersparen.

Steuer-Cluster
Folie: Steuer-Cluster

Für wen sollte eine Steuer sein?

Wie schon Thomas von Aquin meinte, sollte eine Steuer dem Allgemeinwohl zugute reichen. Dieses ist jedoch mit dem Verhältnis Steuereinnahmen und Verwendung (gesellschaftlicher Nutzen) eine äußerst diffizile Steuerungsangelegenheit. Von der organisatorischen Effizienz und Verschwendung mal ganz abgesehen. 

Der Staat kann damit seine Grundaufgaben finanzieren und steuernd, sowie richtungsweisend auf die Entwicklung der Gesellschaft Einfluss nehmen. Wofür es verwendet wird, kann jeder in Deutschland über den sogenannten Haushaltsplan einsehen. Auch ein aktueller Steuer-Rechner für die Belastung von natürlichen Personen (Dich) ist dort zu finden.

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