Portfolio aufbauen

Inhalt

Portfolio aufbauen in 5 Schritten

Voraussetzungen schaffen

Die grundlegende Voraussetzung für den möglichen Aufbau eines Aktien- oder Wertpapierportfolios ist ein vorhandenes Depot bei einer Depotbank mit angeschlossenem Referenzkonto. Falls du noch kein eigenes Depot eröffnet hast oder dir unschlüssig bist welches am besten geeignet sei, schau gerne in meinem Blogbeitrag das richtige Depot vorbei.

Hast du dein Depot schon eröffnet, solltest du auch die grundlegenden Einstellungen deines Depots überprüfen. Die meisten Depots sind nach der Eröffnung nicht für alle Investitionsklassen freigeschaltet. Überwiegend wird mit der Erstellung/Einrichtung abgefragt, welchen Kenntnisstand du im Umgang mit Finanzprodukten besitzt. Sobald du hier keine oder wenig Erfahrung angibst (auch wenn dieses der Wahrheit entspringt), wird dein Depot für bestimmte Investitionsklassen gesperrt. Diese Information bekommst du spätestens bei dem Versuch, eine Kauforder für bestimmte ausländische Wertpapiere oder ETFs auszuführen. Hierzu müssen nachträglich die Einstellungen separat wieder zurückgesetzt bzw. freigeschaltet werden.

Ist dein Depot startklar, solltest du dir überlegen, wie viel Geld du in deinem Portfolio verwalten möchtest. Generell sollte man nur Geld in die Aktienmärkte investieren, welches man über einen mittelfristigen Zeithorizont nicht benötigt oder dieses auf längerfristige Sicht auch liegen lassen kann. Also überlege dir zu Beginn, mit welchem Anteil von deinem Gesamtkapital du an den Aktienmärkten investieren möchtest. Diesen Betrag kannst du anschließend auf das Referenzkonto überweisen.

1. Schritt: Ziel deines Portfolio?

Anlagezeitraum & Strategie

Im ersten Schritt legst du dir dein Ziel für die Investitionen fest. Möchtest du über einen längeren Zeitraum eine Rücklage für dein Alter aufbauen oder soll’s doch der möglichst schnelle Kapitalzuwachs sein? Somit definierst du einen gewissen Anlagezeitraum für deine Investitionen. Je nach Fokus in deinem Portfolioaufbau solltest du dir eine grundlegende Strategie für den Aufbau deiner verschiedenen Positionen und Auswahl der Anlageklassen heraussuchen. Falls du noch etwas Nachhilfe bei den verschiedenen Möglichkeiten der Strategien benötigst, folge unserem Beitrag Anlagestrategien. Je nach deinem Ziel kann dieses eine Buy & Hold – Strategie für einen langfristigen Vermögensaufbau sein, oder die klassische Wachstumsstrategie mit ausgewählten Einzeltiteln. Für Anleger mit einem größeren Anlagevolumen und Sicherheitsbedürfnis kann auch eine differenzierte Dividendenstrategie als grundlegende Ausrichtung für die Investitionen in die Märkte dienen.

Risikobereitschaft

Weiterhin solltest du dir über deine persönliche Risikobereitschaft im Klaren werden. An den Finanzmärkten kann man neben den Gewinnen auch alles Verlieren! Dieses muss dir zu Beginn des Aufbaus deines Portfolios bewusst sein. An dieser Stelle nochmals der Rat, nur mit Geld investieren, welches du über absehbare Zeit nicht benötigst. Sparst du auf eine größeres definiertes Ziel, dann ist ein klassisches Festgeldkonto oder Anleihe eher für diese Zwecke geeignet.

Sei dir bei Beginn der Auswahl deiner Anlageklassen auch bewusst, dass je nach gewählten Anlageklassen und Strategie ein mehr oder weniger großer Aufwand an Beobachtung und Steuerung deines Portfolios notwendig ist. Wählst du beispielsweise die Anlageklasse der Fonds und ETFs und investierst hier über einen monatlichen Sparplan, so reicht ein vierteljährlicher Blick auf dein Portfolio, in dem du gelegentlich Anpassungen vornimmst. Investierst du direkt in Unternehmen (Aktien) so ist der Betreuungsaufwand deiner Portfolio-Pflege schon größer.

Performance

Die Ziel-Performance deines Portfolios ist natürlich maßgeblich für die Auswahl deiner Anlageklassen. Setzt du eher auf eine durchschnittliche Performance in deinem Depot, welche zumindest mit den großen Leitindizes parieren soll, so kannst du die Anlageklassen der Fonds und ETFs nutzen. Ist das Ziel, eine überdurchschnittliche Performance zu erzielen, so solltest du auch in ausgewählte Einzeltitel am Markt investieren. Beachte jedoch das Risiko/Chancen Profil deiner einzelnen Positionen.

Mit steigender Renditechance steigt auch das Risiko in den Anlageklassen. Generell gilt: Für Anleger mit niedriger Risikobereitschaft ist ein eher höherer Anteil von Festgeld oder Anleihen in einem Portfolio sinnvoll. Für sicherheitsorientierte Anleger raten Experten zu einer 70:30-Aufteilung von Anleihen und Aktien. Risikobereite Anleger können hingegen den Aktienanteil hochfahren. Offensive Investoren drehen das Verhältnis um. Geübte Geldanleger könnten sich zudem für Beimischungen aus Immobilien, Rohstoffen oder Private Equity interessieren.

2. Schritt: Diversifizierung festlegen

Regionen und Branchen

Die Anlagesumme für dein Portfolio hast du festgelegt und dir eine grundlegende Strategie herausgesucht? Beispielsweise könntest du zu Beginn eine gemischte Buy & Hold Strategie mit einer ausgewählten Mischung aus Dividenden- und Wachstumstiteln zurechtlegen. Dieses würde einem klassischen Stock Picking-Portfolio entsprechen. Danach überlege dir eine grobe, prozentuale Streuung deiner Investitionssumme.

Das bedeutet, wie viel Prozent des Gesamtkapitals sollten in welche Branchen und Regionen fließen. Ich denke, es ist vorteilhaft sich zunächst die Regionen zu definieren, in welche man bevorzugt investieren möchte. Beispielsweise 50 Prozent Nordamerika, 30 Prozent Europa und den Rest verteilt auf Asien und weitere ausgewählte Schwellenländer. Somit fällt es dir im weiteren Auswahlprozess leichter, ETFs oder Einzelwerte zu fokussieren.

Nach deinen Überlegungen zu den vielversprechendsten Regionen, machst du dir über die Branchen Gedanken. In welche Art von Firmen möchtest du investieren? Vielleicht hast du aus deinem beruflichen Hintergrund einen besonderen Einblick in bestimmte Branchen, dann nutze diesen Vorteil. Oder du legst deinen Fokus auf Nachhaltigkeit und grenzt somit die Branchenauswahl sukzessive ein. Natürlich solltest du grundlegend abschätzen, welche Branchen in Zukunft weiter gebraucht werden und welche ggf. neu entstehen oder überproportional wachsen könnten. Beispiele wären die Wasserstoffbranche oder die durch Covid forcierte Biotechnologie eine Alternative. Oder du beschäftigst dich eingehender mit der fortschreitenden Digitalisierung und der damit verbunden Netzwerk-Sicherheitstechnologie? Die Brachen können teilweise sehr fein untergliedert werden und sollten daher auch eher tendenziell als Fokus für die Auswahl einer Recherche dienen.

3. Schritt: Auswahl der Investitionen

Finanzportale und Watchlist

Du kennst deine bevorzugten Regionen und Branchen, dann wird es Zeit sich eine Watchlist (Beobachtungsliste) anzulegen. Selbst wenn du nur in Fonds oder ETFs investieren möchtest, rate ich jedem zum Führen einer Watchlist. Dieses gibt dir einen ersten Einblick und regelmäßigen Überblick zu dem Verlauf der Märkte und bereitet dich so auf die realen Investitionen vor. Gerade wenn du mehrere Investitionen derselben Branche oder Anlageklasse beobachtet, bekommst du ein Gefühl für die Entwicklungen. Zum Führen einer Watchlist brauchst du keine umständlichen Excellisten selber bauen, sondern du nutzt eines der zahlreichen deutschsprachigen Finanzportale. Somit erhältst du auch Nachrichten und Entwicklungen deiner unter Beobachtung befindlichen Unternehmen.

Bei der Recherche auf den Finanzportalen suchst du dir interessante ETFs oder Einzeltitel aus deinen Branchen heraus und packst diese auf deine Watchlist. Nutze auch die Möglichkeiten der Finanzportale für eine erste Analyse deiner Unternehmen. Wie sind diese im Marktdurchschnitt bewertet? Was sagen die Foren und vermeintlichen Experten zu dieser Aktie oder ETF. Falls du noch wenig Erfahrung in der Bewertung von Aktien hast, kannst du natürlich weitere Informationen auf meinem Blog finden. Stehst du zu am Anfang deiner Investor-Karriere, solltest du mit dem Großteil deiner Investitionssumme in gestreute ETFs und Fonds investieren. Somit brauchst du nicht die Auswahl und Bewertung der einzelnen Titel durchzuführen. Schau einfach, ob dir die in deinem ETF oder Fonds befindlichen Titel zur Auswahl deiner fokussierten Branche und Region zählen.

4. Schritt: Schrittweiser Aufbau deines Portfolio

Verteilung und Timing

Niemals solltest du dein Portfolio sofort voll investieren. Nach dem Motto ich will 10.000 Euro verteilen und kaufe jetzt zwei ETFs zu je 5.000 Euro. Das würde weder der Diversifikation entsprechen, noch erwischst du das richtige Timing. Lege zu Beginn fest, wie groß der Anteil einer Position am Gesamtportfolio sein sollte. Vielleicht sagst du dir, eine Position in meinem Portfolio sollte maximal 20 Prozent betragen? Einfach, um eine gewisse Risikostreuung im Portfolio zu sichern. Dann investierst du in drei kleinen Schritten in diese ausgewählte Aktie/ETF bis die 2.000 EURO (20 %) erreicht sind. Somit kaufst du eine erste (größere) Position zu 1.000 Euro und wartest 2 Monate, bis du eine weitere Tranche von 500 Euro nachkaufst. Damit kannst du über ein halbes Jahr deine Position in dem ausgewählten Investment schrittweise aufbauen. Somit warst du dir die Chance für eine durchschnittliche Einstiegspreisoptimierung. Vielleicht fällt die Aktie nach dem ersten Einstieg, dann hast du immer noch die Chance zu den günstigeren Kursen nachzulegen.

Gleiches gilt für den späteren Abbau von deinen Positionen. In einem ausgewogenen Portfolio sollten einzelne Positionen nicht zu groß werden (außer man möchte es so). Vielleicht ist ein Fond oder eine Aktie überdurchschnittlich gut gelaufen und stellt jetzt 40 Prozent deines investierten Kapitals dar? Unter Umständen solltest du dann versuchen, die Position perspektivisch auf 30 Prozent Gesamtanteil zu reduzieren. Somit sinkt das Cluster-Risiko in deinem Portfolio. Im Falle eines Absturzes dieser Position wären die Auswirkungen auf die Gesamtperformance nicht ganz so gravierend. Zusätzlich schaffst du dir so wieder freies Kapital, um dein Portfolio weiter auszubauen. Auch hier solltest du immer in kleineren Schritten vorgehen.

5. Schritt: Verwalten und Positionen absichern

Ist dein Depot aufgebaut, heißt es regelmäßig kontrollieren, was die Entwicklung der einzelnen Positionen macht. Dazu empfiehlt es sich, die zusätzlich angelegte Watchlist mit den Positionen genauer zu verfolgen. Die einzelnen Titel in deinem Portfolio solltest du im Auge behalten. Gerade, wenn die Veröffentlichung von Zahlen oder wichtigen Nachrichten zum Unternehmen anstehen. Vielleicht haben sich die politischen oder gesellschaftlichen Voraussetzungen für den Geschäftserfolg deiner gewählten Branche oder Unternehmens geändert? Dann reagiere aktiv und passe dein Portfolio an. Versuche über die Zeit eine kontinuierliche Routine zu entwickeln, wie du deine Positionen bewertest und behandelst. Einen Grundsatz möchte ich hier noch mit auf den Weg geben: „Niemals in Positionen verlieben. Man kann sich auch mal täuschen! Der Markt hat immer recht!“  

Ein weiteres Grundprinzip deines Portfoliomanagement sollte dem Grundsatz folgen: „Gewinne laufen lassen und Verluste begrenzen„. Dafür ist das Werkzeug eines dynamischen Stopp Loss sehr effektiv. Nehmen wir an eine Position im Portfolio ist gut gelaufen und mit 40 Prozent im Plus. Du sagst, ich möchte mindestens 35 % des Gewinnes absichern, so legst du dir ein Stopp Loss 5 Prozent unter dem aktuellen Positionswert. Sollte der Kurs wieder korrigieren und diese Schwelle unterschreiten, wird die Position automatisch zu diesem definierten Kurs verkauft. Legst du ein dynamischer Stopp Loss oder manchmal Trailing Stopp Loss bezeichnet, so folgt dieses Stopp-Limit dem Basiswert bei Anstieg im prozentualen Abstand.

Viel Erfolg!

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